Chorleiter und Chorleiterinnen

Im Spätherbst des Jahres 1961 faßte Manfred Gartner den Entschluss, singbegeisterte Jungleher-kollegen um sich zu scharen, um das Singen im Doppelquintett zu pflegen. Es wird wohl immer ein Vorrecht der Jugend sein, es anders machen zu wollen, und so darf es nicht wundern, dass diese kleine Gruppe von begeisterten Sängern einen neuen Anfang im Musikleben der Stadt setzte. Fast über Nacht wurde das "Wolfsberger Lehrer-Quintett" über die Grenzen des Bezirkes hinaus bekannt. Es blieb aber nicht beim Doppelquintett. Rasch gelang es Manfred Gartner, aus der Kleingruppe einen ausgewachsenen Chor zu bilden. Blättert man in der Chronik des Chores, so erfährt man von einer Fülle an Aktivitäten: Festabende, Rundfunkaufnahmen, Weihnachssingen, Kirchenkonzerte sowei zahlreiche Singwochen. Der absolute Hohepunkt in der Ära Mandred Gratner war zweifellos das Chorkonzert am 19. Mai 1983, in dessen zweitem Teil die große Mariazeller Messe von J. Haydn zur Aufführung gelangte. Die jahrelange Zusammenarbeit mit dem erfahrenen und künstlerisch begabten Chorleiter trug hier die schönsten Früchte, war jedoch auch das Abschiedskonzert von Manfred Gartner.

Jede "Wachablöse" bereitet unwillkürlich Sorgen und Bedenken, die aber im Falle Ilse Keuschnig völlig unbegründet waren - ganz im Gegenteil. In der Kulturspalte einer Kärntener Tageszeitung war zu lesen: "Alle Erwartungen wurden im positiven Sinne noch überboten: eine Atmosphäre von Helligkeit und schwebender Freude in den Saal." So erfuhr die Leistungsfähigkeit des Chores in den dearauf folgenden Jahren eine neue Blütezeit, die in erster Linie der persönlichen Ausstrahlung und den musikalischen Intentionen dieser dynamischen Chorleiterin zuzuschreiben sind. Die junge, ambitionierte Chorleiterin vermochte binnen kurzem alle Mitglieder des Chores, dem sie selbst jahrelang als Sopranistin angehörte, von ihren musikalischen Fähigkeiten und Führungsqualitäten zu überzeugen. 

Ein neuer Wechsel stand ins Haus, als Ilse Keuschnig aus familiären Gründen 1988 den Bezirk Wolfsberg verließ. Mag. Sigrun Timmerer übernahm die künstlerische Leitung. Völlig anders präsentierte sie sich: Kraftvolle, originelle Ideen; weitgefächerte Literaturauswahl; wohldurchdachte Konzepte; Frohsinn, Heiterkeit und Humor mit abwechslungsreicher Programmgestaltung; Singen im Ensemble bis hin zum Solo-Quartett; Einbezeihen der Kinder aus den Sängerfamilien; fallweiser Einsatz des Klaviers. So führte Sigrun Timmerer den Chor zu einem dritten Höhepunkt. Über ihr erste großes Konzert wußte die Presse zu berichten: "Wo gibt es das, dass ein großer Saal, wie der des Rathauses Wolfsberg, eine Viertelstunde vor Beginn des Konzertes bis auf den letzten Platz besetzt ist? Sie kam, sang und siegte. Mit großen weichen Bewegungen leitet sie exakt und ausdrucksstark den großen Chor."
Sigrun Timmerer, die über 20 Jahre die Chorleitung innehatte, leitete im April 2012 ein letztes mal ein Konzert des Singkreises Wolfsberg und verabschiedete sich in ihr Privatleben. Unter der Leitung von Sigrun Timmerer wurden immer wieder verschiedenste Stilrichtungen aus verschiedenen Jahrhunderten in ihrer ganzen Bandbreite in den Konzertprojekten verwirklicht. Obfrau Gudrun Schriebel bedankte sich im Namen aller für die langjährige, hervorragende und herzliche Zusammenarbeit. 

Als interimistischer Nachfolger konnte Mag. Robert Gritsch gewonnen werden der den Chor von April 2012 bis September 2014 und die Konzerte im Dezember 2012 und Oktober 2013 hervorragend leitete.

Der Singkreis hat seit September 2014 eine neue musikalische Leitung. Dovile Siupenyte, eine junge, dynamische, humorvolle Studentin aus Litauen schaffte es, einen völlig veränderten, kraftvollen, freudigen Chorklang im Singkreis zu erzeugen. 
Viele treue Singkreisanhänger sprachen von einer noch nie dagewesenen Energie im Chor.